Stromerzeugung durch Urin

Bildquelle: University of the West of England Photograph: UWE Bristol

Bildquelle: University of the West of England Photograph: UWE Bristol

Strom durch den eigenen Urin? Das mag sich seltsam und vielleicht ein wenig eklig anhören, könnte aber künftig in Auffanglagern oder in Camps das Leben um einiges erträglicher machen, wenn es nach einigen britischen Wissenschaftlern geht.

 

Wie funktioniert die Strom-Erzeugung mit Urin?

Auf einem Campus in der britischen Stadt Bristol steht eine Erfindung, die ein weiterer Schritt hin zu einer Welt ohne fossile Energieträger sein könnte: Die „Pee Power“, eine Toilette, die Strom erzeugt. Schon im Jahr 2013 haben die gleichen britischen Forscher die erste Brennstoffzelle entwickelt, die durch natürliche mikrobielle Umwandlung aus Urin Strom erschaffen kann. Nun habe sie dieses Prinzip weiterentwickelt und die erste Toilette geschaffen, die das in größerem Maßstab umsetzen kann. Der passende Standort der Wundertoilette ist ein örtlicher Pub für Studenten.

Wie groß genau die Energieausbeute ist, wollen die Forscher nicht preisgeben, aber sie muss sich auf jeden Fall lohnen, denn sie haben bereits eine klare Vorstellung davon, wie diese Toilette künftig vielen Menschen das Leben leichter machen soll.

 

Unterstützung für Flüchtlinge und andere Lagerbewohner

Dabei greifen die Wissenschaftler auf ein gegenwärtiges und wohl auch künftig vorhandenes Problem zurück: Den Flüchtlingsstrom. Viele Menschen, die ihr Land in Panik verlassen haben, stecken nun in Auffanglagern fest. Gerade hier soll die „Pee Power“ ein wenig mehr Sicherheit und Lebensstandard bringen. Nach Idee der Forscher könnten einige Toiletten benutzt werden, um das Lager nachts auszuleuchten und so für mehr Sicherheit für die Flüchtlinge zu sorgen. Da die Kosten für die Toilette und deren Installation nur 830€ betragen und die dazu nötigen Brennstoffzellen für knappe 1,50€ gebaut werden können, wären die Kosten überschaubar. Einmal installiert würden die Toiletten auf einen immer vorhandenen Rohstoff zurückgreifen können.

Ob die Wundertoilette auch für die Stromerzeugung im größeren Maßstab funktionieren könnte, darüber schweigen die Forscher noch. Sicher wird nicht jeder Hausbesitzer künftig sein Heim durch Urin beleuchten können, aber in öffentlichen Anlagen könnten sie wohl zur Entlastung der Stromversorgung beitragen.

 

Weiterführende Links:

http://www.theguardian.com/environment/2015/mar/05/university-installs-prototype-pee-power-toilet

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